Stillstand statt Bewegung

Über die Schwierigkeit der beruflichen Veränderung

Vor ein paar Tagen bekam ich in einem Unternehmen einen Kaffee in einer Tasse, auf dem dieser Spruch stand: „Wenn ich sterbe, komme ich in den Himmel. In der Hölle habe ich ja schon gearbeitet.“ Mag witzig klingen, wirft aber auch die Frage auf, warum ich bleibe, wenn ich beruflich so unzufrieden bin.

Festhalten am Status Quo

Egal, ob die Person, der die Tasse gehörte, dem Spruch wenig oder viel abgewinnen kann. Tatsache ist, dass viele an einer beruflichen Situation festhalten, obwohl alles in ihnen sagt, ja fast schreit: „Es ist die Hölle!“

Vielleicht sind Sie selbst in einer solchen Situation oder kennen Menschen, die höchst unzufrieden mit ihrer aktuellen beruflichen Lage sind und trotzdem keinen Veränderungsversuch unternehmen. Es gäbe zwar Lösungen, die einen aus der Hölle herauskatapultieren, die Besseres versprechen oder vielleicht sogar zum Greifen nahe sind. Aber dennoch fühlen Sie sich da, wo Sie sind und leiden, irgendwie wie festgetackert?

Ich will zwar weg, aber hier kenne ich mich aus

Warum? Weil die Angst, eine Struktur zu verlieren, häufig um einiges größer ist als die Freude auf eine mögliche Verbesserung. Klar wissen wir, was wir nicht mehr wollen, was lästig und nervig ist – und das manchmal schon seit Jahren! Aber wissen wir deshalb, wie es in einer neuen beruflichen Umgebung wäre? Nein. Deshalb stellt sich an diesem Punkt unser Unterbewusstsein quer. Unser Unterbewusstsein mit seinen Bedürfnissen nach Kontrolle und Sicherheit.

Strukturen – auch ungute – verleihen Sicherheit

Gewohnte Abläufe und Strukturen bilden ein Grundgerüst, dank dessen wir immer haargenau wissen, was richtig blöd läuft, was wir auf keinen Fall mehr wollen oder wer in unserem Umfeld mal wieder wann was verbockt hat. Das alles ist zwar eigentlich nicht länger zum Aushalten, aber wir fühlen uns dadurch immerhin recht sicher. Dieses Gefühl haben wir in einer neuen Umgebung erst mal nicht. Weshalb das Neue an Reiz verliert, so nach dem Motto: Lieber bekanntes Leid als unbekanntes Glück.

Ist es demnach aussichtslos, aus einer unguten Situation herauszukommen? Glücklicherweise nicht. Denn man kann dem Unterbewusstsein ja auch ein Schnippchen schlagen. Wie das geht, lesen Sie hier im Blog ab dem 15. März 2022.

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