Spielregeln im Berufsalltag

Starte auf „Los“: Spielregeln im Führungsalltag

Stellen Sie sich vor, Sie spielen Monopoly, Scrabble oder ein Kartenspiel ohne vorab ausgemachte Regeln. Ich wette, es kommt nach fünf Minuten zu ersten Diskussionen, nach zehn Minuten zu Streitereien und nach 15 Minuten zum Spielabbruch. Damit das nicht passiert, gibt es Spielregeln. Und die sind was Tolles. Sie bieten Orientierung, verbieten unlautere Vorteile für einzelne und legen formale Abläufe fest. 

Alle diese Vorteile von Spielregeln gelten natürlich auch für Spielregeln im beruflichen Alltag. Nur sind Spielregeln dort erstaunlich selten. Der Satz „Lass uns mal in die Spielregeln gucken“, um herauszufinden, was dort an Anhaltspunkten fürs Miteinander steht, fällt im Beruflichen eher selten bis gar nicht. Schade. Dabei könnte das gemeinsame Arbeiten so viel einfacher sein, wenn Spielregeln aufgestellt wären. 

Sie als Führungskraft: Können Sie auf Anhieb Ihre fünf wichtigsten Spielregeln für Ihre Führungsarbeit nennen? 

Spielregeln fürs berufliche Miteinander

Was könnten Spielregel für Sie und Ihr Team sein? Hier ein Vorschlag:

Rückdelegation ist nur möglich, wenn der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin begründen kann, in welcher Hinsicht fachliche Kompetenzen zur Erledigung der Aufgabe fehlen oder an welcher Stelle weitere Ressourcen benötigt werden.

Diese Spielregel sorgt einerseits dafür, dass eine Arbeit nicht vorschnell wieder bei Ihnen auf dem Schreibtisch landet. Andererseits sorgt sie für Reflexion bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Fehlen die Kompetenzen wirklich? Welche anderen Kompetenzen könnten helfen, wenn man sich für eine Aufgabe fachlich (noch) nicht fit hält.

Eine Spielregel setzt möglicherweise andere voraus

Diese Spielregel setzt wiederum eine andere voraus: Zugeben zu dürfen, dass man sich einer Aufgabe (noch) nicht gewachsen fühlt, ohne damit auf taube Ohren zu stoßen oder mit dem Satz „Du schaffst das schon“ abgefertigt zu werden.

Spielregeln für Mitarbeitergespräche

Auch für Mitarbeitergespräche sind Spielregeln enorm vorteilhaft. Und zwar für solche Gespräche, die regelmäßig stattfinden und dazu dienen, sich auf den aktuellen Stand zu bringen. 

Dafür sollten zwei Spielregeln reichen. 

Spielregel 1: Die Gespräche finden regelmäßig in einem Abstand von zum Beispiel alle zwei Wochen statt.

Spielregel 2: Die Gespräche folgen immer der gleichen Agenda zum Beispiel mit diesen Fragen:

    1. Was war das Ziel der letzten zwei Wochen?
    2. Was hat gut geklappt? Was hat weniger gut geklappt?
    3. Wo brauchen Sie, Mitarbeiterin, Mitarbeiter, meine Unterstützung?
    4. Was ist Ihr Ziel bis zum nächsten Gespräch?

Sie wollen gemeinsam mit Ihrem Team Spielregeln aufstellen? Nur zu. Ich unterstütze Sie dabei gern.

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