Dynamisches Selbstbild

Statisch oder dynamisch: Das Selbstbild einer Führungskraft

Ob Sie es wollen oder nicht: als Führungskraft sind Sie emotional ansteckend. Ihr Selbstbild bestimmt, ob Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Falle einer Krise pessimistisch oder zuversichtlich bis optimistisch in die Zukunft blicken. Ihr Mindset wird geprägt von Ihrem Selbstbild. Doch was zeichnet das eigene Selbstbild aus? Wie denken Sie über sich und über das, was um Sie herum passiert?

Statisch oder dynamisch?

Dafür hilft es zunächst, in sich hineinzuhorchen oder – so hat es die amerikanische Psychologin Carol Dweck genannt – dem inneren Dialog zuzuhören. Welche Sätze hören Sie sich dort sagen? Sätze wie „Das wird doch sowieso nichts!“, „Ich bin halt so!“ und „Daran kann man nichts ändern!“ Oder „Das wird schon!“, „Da habe ich noch Potenzial!“ und „Da geht noch was!“?

Dweck unterscheidet das statische Mindset (fixed mindset) vom dynamischen Selbstbild (growth Mindset). Mit einem statischen Selbstbild glauben wir nicht an Chancen und Möglichkeiten und sind dadurch eher mit unserer pessimistischen Seite ansteckend. In den Augen von Menschen mit einem statischen Selbstbild ist ein Problem ein Problem und bleibt ein Problem. Sie richten sich in den vorgefundenen Bedingungen so gut es geht ein.

Menschen mit einem dynamischen Selbstbild glauben, dass Wachstum möglich ist. Sie stopfen Informationen nicht sofort in eine Schublade, sondern betrachten sie differenzierter und von mehreren Seiten und fragen sich, was sie daraus lernen und was sie damit anfangen können. Sie glauben grundsätzlich immer, dass sie aus sich selbst heraus etwas bewirken können. Es geht ihnen nicht darum, was sie sind, sondern was sie werden können. Probleme sind in ihren Augen grundsätzlich lösbar, Aufgaben können erledigt werden. Mit dieser Haltung ist die Eigen-Macht gemeint, mit der Menschen Herausforderungen und Veränderungen angehen. Fähigkeiten und Eigenschaften als veränderbar angesehen, wohingegen wir im Fixed-Mindset-Modus eher nach dem suchen, was uns bestätigt.

Diese beiden Selbstbilder sind wie zwei Brillen, durch die wir die Welt, unser Leben und unsere Arbeit betrachten und interpretieren.

Das Selbstbild macht den Unterschied

Dweck stellte fest, dass allein die Einstellung – dynamisches oder statisches – Mindset erhebliche Unterschiede bewirkt. Wer sich selbst und andere mit einem Growth Mindset behandelt, fördert Entwicklung. Ein Fixed Mindset dagegen behindert diese. Fixiertheit zeigt sich schon in der Sprache. „Du bist eben so“, schreibt genau dies zu. „Du kannst werden“, öffnet dagegen Möglichkeitenräume.

Die meisten Menschen haben ein Mixed Mindset, sind also in einigen Bereichen fixiert und in anderen offener. Beispielsweise kann ich glauben, jeder habe eine angeborene Berufung, was fixiert ist. Ich kann zugleich aber auch überzeugt sein, dass Menschen Gewohnheiten ändern können, was entwicklungsbezogen (growth) ist.

In welcher Hinsicht ist Ihr Selbstbild fixiert und in welcher dynamisch?

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